Food-Testing: „Frischer Bückling“

Vorgeplänkel

Noch vor einiger Zeit, wäre dieser Artikel in der Kuriositäten-Ecke gelandet, denn es ist Fisch, dann auch noch „unverarbeitet“ (z.B. als Fischstäbchen) und damit irgendwie unansehnlich. Inzwischen bin ich aber dank einiger Tests für meinen Blog „abgehärtet“, so dass mein hier zu lesender Test eines „Bücklings“ nicht länger kurios ist. Ich muss wohl mal wieder „ausgefallener“ werden. Vorschläge?!

Nun, wie dem auch sei, ich habe im örtlichen Discounter-Prospekt gesehen gehabt, dass es diese Fisch-Spezialität im Angebot gibt. Daher, und vor allem weil er geräuchert ist, zog er mein Interesse auf sich. Umso erfreulicher war ich zudem, als ich mich über „Bückling“ informierte, und las, dass dieser Fisch zusätzlich vor dem Räuchern mit Salz behandelt wird. Geil! Ich liebe Salz, ich liebe Rauch, und ja, ich lebe damit vermutlich nicht sooo gesund. Aber ab und zu darf man ja mal…

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„Bückling“, weil er sich beim räuchern wohl „bückt“.

Was haben wir denn?

Ich zitiere Wikipedia (weil ich ein faules Stück bin):

Ein Bückling, auch Bücking oder Pökling, ist ein gesalzener und bei über 60 °C geräucherter, (früher nicht ausgenommener) Hering mit Kopf. Die Haut wird durch den Räuchervorgang goldfarben.

Die meisten dürften Heringe aus den Konservendosen kennen. Da schwimmen sie meist in irgendeiner leckeren Sauce – ideal um die erste Scheu vor Dosenfisch zu bekämpfen, so fing es auch bei mir an. Lecker ist solch ein Fisch immer mit Brot wie ich finde. Und Butter. Oder wie ich mit Backkartoffel und Kräuterquark. Dieser Bückling auf den Fotos wurde übrigens in Polen verarbeitet, ist also quasi ein Pole (oder eine Polin), nach „Umzug“ aus dem Nordatlantik, wo er gefangen wurde. Ich kann euch übrigens sehr Bigos empfehlen – das polnische Gericht schlechthin, und einfach grandios lecker.

Nun gut, der Bückling dürfte entsprechend salzig und rauchig schmecken. Wenn da der widerliche Kopf und der Schwanz nicht wäre, sähe der vllt. sogar ganz lecker aus. Also erstmal Kopf abschneiden…

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Der schlimmste Teil – der Kopf.

Zutaten/Nährwerte

Checkt einfach mal das Etikett. Viele gesunde Omega 3 – Fette jedenfalls!

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Was man alles wissen sollte, könnte, oder einfach ignoriert.

Geschmack/Test

Zunächst muss man das Dingen ja auseinanderfummeln (wer fummelt schon nicht gerne). Hier gehört gehörig mehr Arbeit dazu, als z.B. bei einer frisch geräucherten Forelle. Da konnte man nach dem Abtrennen von Kopf und Schwanz, die Haut ganz leicht abziehen, und die Filets quasi von den Gräten „runterschieben“. Man hatte ein grätenfreies, schönes Stück, bei dem man nicht rumpuhlen musste. Zugegeben, meine „Skills“ beim Fisch auseinandernehmen sind nicht gut, aber so ein Bückling ist ein scheiß Teil. Da hängt alles fest, da lässt sich nichts einfach „abziehen, runterschieben, lösen oder sonst was. Und überall sind Gräten! Das ganze Vieh ist voll damit.  Selbst nach dem Entfernen von Rückenknorpel, Haut usw, sowie dem Abheben der Filets von den „Rippen“, war alles voll mit Gräten, obwohl nur Fetzen übrig waren.

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Eine Menge Arbeit…

Entsprechend hatte man ständig irgendwelche, teils auch recht großen Gräten beim Essen im Mund. Das machte kein Spaß. Ich glaube am besten ist es, das Dingen einfach mit den Fingern auseinander zu puhlen, und direkt mit den Fingern zu essen. Das hätte dann vllt. sogar etwas von „archaischer Esskultur“.

Das Fleisch war angenehm fest, nicht zu fettig und hatte einen leichten Rauchgeschmack. Ich konnte allerdings keinen erhöhten Salzgeschmack im Vergleich zu geräucherte Forelle aus dem Supermarkt, oder frisch vom Weihnachtsmarkt (siehe hier) feststellen – schade.

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Meine Fähigkeit einen Fisch schön auseinander zu nehmen, sind, wie man sieht, „mega-gut“

Allgemein wurde mir der Spaß am Essen eh durch die Gräten dezent versaut. Ich sag mal so: Ich werde ihn lieber nochmal industriell aus der Dose probieren, wo alle Gräten entfernt sein sollten, und alles bereits portioniert ist. So einen Bückling zu zerpflücken ist einfach uncool. Schmecken tut er aber, wobei ich geräucherte Forellle aufgrund des rauchigeren geschmackes doch ebsser finde. Das hängt aber natürlich auch immer von der Herstellung ab. Beide Fische schmecken eh recht ähnlich. Fisch eben, geräuchert.

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Backkartoffel, Kräuterquark, Fisch, dazu z.B: Gewürzgurken – passt!

Fazit

An sich ist ein Bückling recht lecker, aber für mich zu viel Fummelarbeit, weil alles voller Gräten ist. Dann doch lieber die Forelle, aus der Plastikverpackung aus dem Supermarkt! Auch schmeckt mir diese etwas besser. Trotzdem hat „frischer“ Fisch einen höheren Level an Esskultur – auch nicht zu verachten!

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FoodLoaf

Biochemiker, examinierter Altenpfleger, Burger-Creator, Foodblogger, TPP Specialist
Wer was wissen will muss fragen!

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