Ausgeh(Ess-)-Check: Neueröffnung des Cowboys Burger Saloons

Vorgeplänkel

Burger, Burger, Burger – Lange Zeit als Fast-Food verpönt, seit wenigen Jahren aber in Form von Burger-Bratereien im Restaurant-Stil als teils schon „Feinkost“ zu bezeichnen. Man bekommt nach wie vor eine durch den Wolf gedrehte Kuh zwischen zwei Scheiben Kohlenhydrate. Sauce, Käse, Grünzeug, Tschüß. Heutzutage ist alles besser, nachhaltiger, aus der Region, von Hand gemacht und nicht von diesen bösen Großkonzernen! Einfach viel „trendiger“ und vor allem „korrekter“. Daher schadet es sicher nicht, wenn es mehr Konkurrenz gibt, so dass sich die Besten Bratbuden herauskristallisieren, wachsen und dann wunderbar funkeln. Wie ein Sheriffstern um 12 Uhr Mittags.

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Cowboys Burger Saloon in der Ruhralle 69

Seit Samstag den 14.03.2015 gibt es einen neuen „Sheriff in Town“. Große Worte des „Cowboys Burger Saloons„, welcher in der Ruhrallee 69 seine Schwingtür geöffnet hat (wobei, die sind doch immer irgendwie offen… hmm….egal). Wollen wir doch mal sehen, wie sich der neue Sheriff schlägt, oder ob er direkt ne Kugel zwischen die Augen bekommt. Übrigens ist es die dritte Filiale der „Cowboys“. In Bonn und Koblenz gibt es auch jeweils eine Filiale, bzw. weitere Sheriffs. Wenn man also mal wieder keinen Parkplatz an der Ruhrallee findet, fährt man eben dahin 😉

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So schauts aus

Ich habe mich gegen 17.30 Uhr am Samstag also auf mein Pferd geschwungen, und bin hingaloppiert, die Kamera gezückt, scharf geschossen und gefuttert! Was mein Eindruck war, dürft ihr folgend lesen. Gerne sehe ich übrigens Kommentare von euch. Jetzt viel Spaß!

Einrichtung

Wie der Name es vermuten lässt, präsentiert sich die Burger-Braterei im Cowboy-Setting. Dies wird auch direkt klar, wenn man das Innere betritt: Holz wohin das Auge reicht, dazu noch ein angenehmer Geruch nach Baumarkt – Männer fühlen sich direkt wohl! Der Baumarkt-Geruch nach Holz resultiert zwar eher daraus, dass der Saloon erst kürzlich aus dem Wüstenboden gestampft wurde, passt aber trotzdem super. Viel intensiver als kam mir aber der Geruch nach frisch gebratenem Burgern entgegen – und darauf kommt es an!

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Krempel (in positivem Sinne) an der Wand – passt gut!
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Die Kronleuchter sind das Beste an der Einrichtung.

Die Einrichtung ist mit alten Requisiten stilvoll eingerichtet, und passt ganz zum Namen und Konzept – die Speisekarte wird es ebenfalls, wie sich zeigen wird. Überall sind Bilder aufgehangen die Bud Spencer und Terence Hill und ähnliche Western-„Helden“ zeigen. Burger-Fotos sollen einem vermutlich Appetit machen, oder einen während man wartet foltern. Damals war halt alles etwas rauer. Warum aber Fotos von Terence Hill und Konsorten auf Fotos erkennbar sind, werden wir auch noch sehen, pardon, „schmecken“…

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Überall sind kleine Bilder zu finden
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Wenn man gegen Bud Spencer gekämpft hat, bzw. ihn gegessen, könnte man ja ein Nickerchen machen…

Die Tische und Stühle sind alle aus massivem Holz, trotzdem bequem, wobei dann etwas Sitzfleisch vermutlich nicht schadet. Aber es gibt ja gleich Burger, daher keine Sorge um das Sitzfleisch 😀 Der Tresen, an dem man seine Burger abholt, passt optisch ebenfalls. Okay, die Hocker fehlen, aber wir sind ja eher zum Futtern statt Saufen da! Klasse ist es, dass man direkt dabei zusehen kann, wie die Burger hergestellt werden.

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Stilvoller Holztresen mit der Braterei direkt vor Augen.

Sanitär

Nachdem ich bei einem letzten Burger-Buden-Test nur die Frauentoilette begutachten konnte (siehe Artikel Restaurant-Test in meinem Blog), habe ich es dank der Silhouetten diesmal geschafft die Männer-Toilette zu besuchen. Alles sauber und sogar zwei Seifenspender – wenn mal einer explodiert oder so. Man muss ja den Saft der Burger irgendwie wieder von den Fingern bekommen – auch wenn das Abschlecken eben dieser durchaus zu empfehlen wäre, wie der Geschmackstest zeigen wird…

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Silhouetten weisen den Weg…
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Auf dem Weg zum WC wird man beobachtet…

Speisekarte

Beim Blick auf die Speisekarte wird das Thema des Saloons weitergeführt:

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Speisekarte – übersichtlich und direkt über dem Tresen

Lucky Luke, Bud Spencer, Clint Eastwood… die Burger benannt nach Western-„Helden“. Und Bud Spencer passt vom Gewicht her auch super… 🙂 Am besten wird fix auf die eingescannte Speisekarte geblickt (und geklickt), damit ihr seht was Ihr für eure hart geschürften Goldklumpen so bekommt…

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Burger, Burger, Burger – Die Speisekarte

Die Preise stimmen meiner Meinung nach. Die Option seine Burger, egal welche Größe, „abzugraden“, statt ein fertiges Menü mit fixer Fleisch-Größe zu bekommen, ist auch schön. 3,50 € mehr und man bekommt Softgetränk und Fritten oder Coleslaw zum Burger.

Was mir persönlich nicht einleuchtet ist, dass es kein Chili gibt, auf Burger oder als Extra… wir sind im Wilden Westen. Da müssen Bohnen, Chilis und Kreuzkümmel her! Chicken Wings gibt es ja schließlich auch… Naja, davon abgesehen sollte aber für jeden etwas dabei sein, man kann ja auch problemlos selbst Zutaten seinen Burgern zufügen (SPIEGELEI! Oh yeah!).

Es gibt neben den bekannten Saucen a la Heinz-Ketchup und -Mayo auch selbst gemacht Saucen: Z.B. die Cowboy-Sauce, welche Standard-mäßig auf jedem Burger drauf ist, oder auch die Smokey-BBQ. Für die Weicheier unter den Cowboys gibt es auch Salate oder Coleslaw. Wobei das Vitamin A in den Möhren gut ist für die Augen – so lässt es sich besser zielen und schießen! Der Burger gibt übrigens das nötige Fett dazu, damit der Körper das Vitamin A überhaupt aufnehmen kann (kleine Warenkunde nebenbei) Deswegen Zuhause immer nen großen Schluck aus der Ölflasche zur gesunden, und vor allem kalorienarmen, Möhre nehmen 😉

Etwas unspektakulär ist die Auswahl an Getränken. Da fehlen meiner Meinung nach Getränke wie „Arizona Ice Tea“ oder ähnliches, was mehr zum Setting gepasst hätte. Auch wären verschiedene Biere wie z.B. Corona (mexikanisches) toll gewesen. Aber es gibt Desperados. Das passt ja wie A… auf E… Letztlich sollte trotzdem für jeden etwas dabei sein. Und hey, es gibt Brinkhoffs – Dortmunder Bier in Dortmund. Das ist das Wichtigste!

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Rückseite der Speisekarte mit Getränken und Infos.

Service/Personal

Wie es bei diesen besseren Burgerbuden eben ist, gibt es keinen Service im Sinne von Bedienung o.ä. Es wird am Tresen bestellt, bezahlt, und dann wird man namentlich aufgerufen um sich mit Bud Spencer oder Chuck Norris zu messen. Schön war aber, dass das Personal rumläuft und sofort schmutziges Geschirr abräumt. Auch wurden ich und mein Kumpane direkt gefragt ob es geschmeckt hat. Die Cowboy-Hüte auf den Köpfen des Personals fehlten zwar, aber es soll ja auch kein Entertainment sein. Wäre trotzdem toll gewesen 🙂

Das Besteck, was eh nur was für kleine Mädchen ist – echte Männer und Frauen nehmen die Hände und wischen sich den Mund mit dem Handrücken ab –  muss man sich am Tresen selbst nehmen, genau wie Gläser. Da wäre es schöner gewesen, wenn das Besteck am Tisch vorhanden wäre – Die Servietten sind es ja auch – warum nicht das Besteck? Aber so kann man wenigstens 1/10000 der Kalorien des Burgers beim Gang zum Besteck-Kasten verbrennen.

Nachdem wir uns also mit Waffen eingedeckt haben, kam nach ca. 15-20 Minuten – eine angenehme Zeit, waren wir aber auch nicht zur Stoßzeit da, der Aufruf unserer Namen und wir haben den Cheeseburger, Django (im weißen Brötchen :D), Süßkartoffeln, Coleslaw und die hausgemachte Smokey-BBQ-Sauce in Empfang genommen.

Auf ins Gefecht!

Test/Geschmack

Und nun, das Wichtigste: Die Burger – darum geht man ja schließlich dahin (und nein, ein Veggie-Burger (den gibt es auch) ist kein Burger).

Ich hatte einen Cheeseburger mit 180 g-Pattie. Darauf war wie man sieht frischer Salat, Tomate, eingelegte Gurke und rote Zwiebeln. Als Käse wählte ich Blauschimmel – der zerläuft so schön und ist würzig. Ebenso darauf die hausgemachte Cowboy-Sauce und Ketchup.

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Sabber…

Der Salat war frisch, knackig und richtig portioniert. Ich hatte nicht das Gefühl in eine Wiese zu beißen, noch fehlte der Frische-Kick. Etwas mehr saure Gurke wäre schön gewesen, aber ich glaube „mehr“ würde der Allgemeinheit nicht gefallen. Daher sei das nicht angekreidet. Ich mag einfach saure Gurken 🙂

Der Käse hingegen war tatsächlich etwas zu wenig, und war daher geschmacklich nicht wirklich wahrnehmbar. Er führte eher mit dem Burgersaft (MJAM!) und den Saucen zu einem „Gesamtsaft“ (den Ausdruck lasse ich mir patentieren), der überaus lecker war. Aber vom Käse an sich schmeckte man kaum etwas, schade.

Saftig ist sogleich das richtige Stichwort: Saftiger Burger! Kein Vergleich zu den totgebratenen Burgern der großen Fastfood-Ketten. Zwar hätte mein Burger etwas mehr Medium, also roher sein können, aber saftig war er trotzdem. Das Fleisch war schön gewürzt und rauchig im Geschmack. Das Beste war die „Struktur“ des Fleisches: Es war gröber gehackt, so mein Eindruck, was dem Pattie eine besondere Bindung gab. Ich fand das gut und habe das so noch nirgends gehabt. Es war dadurch auch irgendwie „fleischiger“, „deftiger“, da es fester war. Das war super. Unschön war hingegen, dass der Fleischberg sich zu sehr zusammengezogen hatte. Der hätte gerade aufgrund des 180 g-Patties ruhig bis zu den Rändern des Brötchens gehen können. So war er zu hoch, was an sich natürlich toll ist, wenn man eine dicke Schicht Fleisch hat. Ich mag es aber nicht, wenn man Brötchen ohne Fleisch hat, bzw. dieses rumschieben muss, damit man drauf beißt.

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Ohne Worte… (pssssst…. lecker!)

Zum Brötchen kann ich nur sagen: Klasse! Ein herrlich weiches, süßes, angetoastetes Brioche-Brötchen mit super Farbe, Geruch und Konsistenz. Topp! Die werden wohl nach eigenem Rezept von einem lokalen Bäcker zubereitet – das schmeckt man!

Alles in allem ein super Burger, der neben kleinen Schönheitsfehlern sehr empfehlenswert war. Mehr Käse und die Bulette etwas platter, dafür breiter, und er wäre perfekt – 3 Sterne Köche könnten einpacken!

Süßkartoffel-Fritten – mein „Erstes Mal“ mit diesen Dingern, und ich muss sagen: Hat was! Schmeckt anders, tatsächlich deutlich süßer als normale Kartoffeln. Sie hätten etwas würziger sein können, aber das mag auch nur mein Eindruck als Salz-Süchtiger gewesen zu sein. Zur Not kann man aber auch sein zweites 1/10000 an Kalorien des Burger verbrennen und sich Salz und Pfeffer vom Tresen holen. Sie waren jedenfalls wunderbar knusprig und von der Konsistenz wie normale Pommes.

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Die Süßkartoffel-Fritten. Ungewohnt, aber klasse. Unbedingt mal probieren

Die Smokey BBQ-Sauce war der Knaller. Zwar etwas zu süß, aber der Geruch, Geschmack, die Konsistenz und das Aussehen waren spitzenmäßig. Die war wirklich selbst gemacht. Das sah man. Unbedingt probieren. Bestimmt auch geil  zum Frühstück, statt Marmelade auf dem Butterbrot. Wo bekomme ich die als Eimer und Suppenkelle zum Löffeln?

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Die selbstgemachte Smokey-BBQ-Sauce

Der Coleslaw war ebenfalls empfehlenswert. Relativ dick geraspelte Möhren und Weißkohl die dadurch besonders knackig waren in einer schönen Sahnesauce. Die Sauce hätte etwas dicker sein können, war aber optimal gewürzt. Stempel drauf, passt!

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Coleslaw und der „Django“ vom Kumpanen.

Preis/Leistung

Die Preise sind fast schon zu günstig für derart gute Burger. Ich war überaus zufrieden und würde soweit gehen, den Burger in Verbindung mit dem Preis den es dafür zu zahlen gilt als Besten in Dortmund zu bezeichnen. Etwas mehr Käse und er wäre perfekt gewesen. Den nächsten so guten Burger gäbe es dann erst in Köln. Bessere findet man nur in Amerika – aber das ist ja etwas zu weit weg für einen Burger 😉

Fazit

Man kann also ruhigen Gewissens in Dortmund bleiben – denn wir haben einen neuen Sheriff in Town – und der schießt scharf. Wenn man bedenkt, dass es der Eröffnungstag war, kann man über die Mini-Mängel hinwegsehen und sich tolle Burger reinziehen.

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FoodLoaf

Biochemiker, examinierter Altenpfleger, Burger-Creator, Foodblogger, TPP Specialist
Wer was wissen will muss fragen!

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