FoodLoaf testet: Labsal Dortmund – Schwäbische Küche

Vorgeplänkel

Es hat einfach seinen besonderen Reiz neue Restaurants, Imbisse (wie blöd das eigentlich klingt… „ImbiSSE“), Cafes, Franchise-Unternehmen oder, oder, oder zu testen. „Neu“ ist immer toll und ich bin „neu“gierig. Die Liste meiner Tests ist lang, ihr findet einige über das Menü oben auf meiner Seite – alle findet man aber nicht, ich muss mal etwas aufräumen… Jedenfalls war es mal wieder so weit, eine neue Gastronomie hat in Dortmund in der Rheinischen Straße 12 geöffnet: Das Labsal Dortmund.

Das Labsal Dortmund in der Rheinischen Straße 12

 

Aus der Wikipedia: Bedeutungen:

[1] Erfrischung, Wohltat (etwas, das jemanden körperlich und/oder seelisch aufbaut)“

[2] Schifffahrt: Konservierungsmittel für Tauwerk aus Naturfaser

Da das Labsal Dortmund nicht wirklich was mit Schiffen zu tun hat (oder etwas doch? (bitte Akte X Titelmelodie vorstellen)), gehen wir mal davon aus, dass es dort eine Wohltat für einen selbst geben soll, im Sinne von guten Essen. Der Begriff verdeutlicht auch gleichzeitig die Art Küche die geboten wird: Schwäbisch! Toll, mal was anderes! Ich persönlich habe zwar auch nichts gegen die fünfhundertdreiundzeunzigste Dönerbude in Dortmund, so lange sie gut ist, aber Schwäbische Küche ist ja wohl mal eine tolle Sache. Wo gibt es schon sowas? Nachdem ich drei Tage nach der offiziellen Eröffnung vor einer geschlossenen Tür stand, weil die Öffnungszeiten einfach nicht richtig kommuniziert wurden, war ich nun am 30.9., knapp über eine Woche später, nochmal dort. Die Tür war offen, der Tisch reserviert und die Namenskarte auf dem Tisch zeigte: „Herzlich Willkommen“ im Labsal Dortmund!

Wie so oft hatte ich meine Ma im Schlepptau. Gut, um auch eine andere Meinung zu hören. Hier aber nun der Bericht, in dem ich meine eigene persönliche Meinung und Beurteilung kundgebe. Geschmäcker sind verschieden, so dass hier wie auch immer gilt: Macht euch selbst ein Bild (außer ich sage ausdrücklich, dass ihr es nicht tun sollt)- ich gebe nur Anregung oder „Abregung“ 😉 Und wenn ich sage dass etwas scheiße ist, dann ist das auch so 🙂

Viel Spaß!

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Das Labsal

Die Einrichtung im Labsal Dortmundist einfach, aber gemütlich. Sie ist vor allem eines: bunt! Dazu trägt nicht nur die äußerst imposante Tapete an einer Wand bei, sondern auch Tischdeko, Teppichboden, so wie viel verschiedene Stühle und Sitzmöglichkeiten wie z.B. ein Wohnzimmer-Sofa. An der Decke hängen Blumentöpfe, sowas mag ich. Pflanzen gehören immer in ein Restaurant! Ich will aber nicht derjenige sein, der sie gießen muss…

Der Eyecatcher im Labsal Dortmund: Die Tapete. (Danke an das Model für das Foto).

 

 

Zwar sitzt man etwas hart auf den nicht-gepolsterten Stühlen, aber es ist „holzig-gemütlich“. Das Labsal Dortmund verströmt eine Mischung zwischen Cafe-Charakter, Imbiss und Restaurant. Nettes Gimmick: Auf dem Tisch (mit meinem Namen auf dem Reservierungs-Schild) lag ein Buch mit „Witzen“, welches man sich durchlesen kann.

Mein persönliches Highlight, war natürlich die Toilette. Bund, kitschig, mit altrosa Toilettenpapier. Und nur einer Toilette für beide Geschlechter, bzw. ein Kämmerchen. Unisex auf einem neuen Level! Ich habe selbst unzählige Jahre nebenbei und auch hauptberuflich in der Gastronomie gearbeitet, und weiß wie steril und unsympathisch Toiletten sein können. Versteht mich nicht falsch, ich habe keinen Fetisch für Toiletten, aber ich bin der Meinung, dass eine Toilette sehr viel über die Qualität des Restaurants an sich aussagt. Ein wichtiger Kritikpunkt! Wer anderer Meinung ist hat schlicht keinen Plan. Letztlich macht alles im Labsal einen leicht alternativ angehauchte Eindruck. Heimelig, etwas gewürfelt, aber sehr gemütlich. Toll sind vor allem die hochgesetzten Podeste, auf denen man speisend auf das Volk unter einem hinabschauen kann 😉

 

Die Betreiber des Labsal, Mann und Frau, soweit ich weiß aus dem Schwabenland zugezogen, sind nett und sympathisch. Die Bedienung war ebenfalls freundlich und zuvorkommend.
Auch stand mir der Betreiber zu einigen Fragen Rede und Antwort. So erfuhr ich z.B. das alles selbst gemacht wird. Das ist aber auch bitter nötig, wenn man mit dem Art Konzept hervorstechen möchte.

 

Speisen & Getränke

Beim Speiseangebot im Labsal Dortmund wird es etwas kompliziert. Mittags werden teils andere Speisen angeboten als Abends und jeweils zu anderen Portionsgrößen und Preisen. Zudem ändert sich die Karte des Labsal Dortmund wohl noch öfter, da alles noch in den Anfängen ist bzw. sich etablieren muss. Das ist verständlich, aber so habe ich mich z.b. auf Tafelspitz gefreut, welches es dann Mittags nicht gab. Sehr schade.

(Folgende Speisekarte kann sich schnell ändern)

Folgende Bilder geben euch einen Überblick über das Angebot Mittags und Abends, wobei, soweit ich das richtig verstanden habe, teilt die Gerichte Abends zu anderen Portionsgrößen und anderen Preisen angeboten werden. Der Grund dafür ist laut Betreiber, dass seiner Meinung oder Erfahrung nach die Gäste Mittags eher weniger und günstiger essen wollen als Abends. Das mag sogar in Ansätzen so richtig sein, nur finde ich es immer schwierig, wenn man die Preisstruktur nicht durchschauen kann. Mir persönlich ist es mit das Wichtigste, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Vllt. ist dies sogar noch wichtiger als der Geschmack selbst, denn der ist bei jedem verschieden und lässt sich schwerlich verallgemeinern. Niemand hat Geld zu verschenken.

 

Die Bestellung

Nach dieser kleinen Abschweifung möchte ich aber nun auf meine Bestellung zu sprechen kommen.

Meine Ma bestellte den Salat mit gebratenen Maultaschen (Mittags 7,90 €, Abends (dann wohl mehr?!) für 9,90 € huuuui!), ich die Flädlesuppe (Mittags 3,90 €, Abends 4,50 €) und den Zwiebelkuchen mit Salatgarnitur (Mittags 6,50 € mit Speck). Mir fehlte eindeutig ein Gericht mit ordentlich Fleisch! Ja ich bin Karnivore und ich stehe dazu! Dafür werden Vegetarier und Veganer glücklich werden. Für die gibt es z.B. die Maultaschen auch in vegan. Ist ja momentan sowieso im Trend sich so zu ernähren… Da ist es nicht verkehrt solche Speisen anzubieten.

Aber mal ohne scheiß… das mit der unterschiedlichen Preisstruktur ist echt nicht gut…. Oder, damit ich „fair“ bleibe: ICH finde es kompliziert. Abends gibt es dann drei Salatblätter und zwei Maultaschen mehr? Hmm…

Der Geschmack

Nach ca. 20 Minuten kam das Essen, was ich etwas lange finde für die Einfachheit der Speisen, es waren nur zwei weitere Gäste da. Zunächst sei gesagt, dass alle Speisen optisch sehr ansprechend waren. Vor allem die Salate sahen gut aus und bestanden nicht üblich aus Tomate, Gurke und Eisbergsalat. Am Dressing wurde leider etwas gespart, so dass ich es nicht beurteilen konnte. Ich meine aber das war irgendwas mit Essig (wer hätte das gedacht.. 😀 ). Aber die Salate waren jeweils lecker (so lecker wie Salat eben sein kann, ist ja fast nur Wasser) und sahen optisch einfach toll aus.

Exkurs: Hand aufs Herz: An all die Leute die „Diät“ machen und sich auf eine Schüssel Salat ’ne Pulle Caesars-Dressing kippen, weil ja Salat „kalorienarm“ und „gesund“ ist… denkt bitte mal darüber nach was ihr tut 😉

Die Maultaschen (DAS ist das, was gut sein MUSS im Labsal Dortmund) waren in Stücke geschnitten und gebraten. Es waren die besten Maultaschen die ich jemals gegessen habe (musste natürlich von meiner Ma probieren). Außen richtig schön angebraten und knusprig und innen drin eine wunderbar weiche Füllung, wobei man deutlich schmeckte, dass sie selbstgemacht waren. Ganz toll! Für meinen Geschmack etwas wenig Salat auf dem (sehr schön kitschigem) Teller.

 

Die Suppe war geschmacklich gut, ist sie allerdings nichts besonderes. Die Brühe war laut Betreiber selbst gemacht, und das schmeckte man auch. Die Pfannkuchenstreifen hatten erstaunlicherweise sogar noch gut Biss,  aber ein paar mehr hätten drin sein können. Alles in allem eine nette Vorspeise ohne hervor zu stechen. Preislich grenzwertig – hätte auch 50 Cent billiger sein können, ist ja nur Brühe und Pfannkuchen. Ganz besonders toll, bevor ich es vergesse: Die Laugengebäck-Scheiben, welche wohl in Butter gebraten wurden und zur Suppe dazu gereicht wurden. Die schmeckten mir sogar noch besser als die Suppe selbst 🙂

 

Zwiebelkuchen – ja, das ist ebenfalls typisch  schwäbisch! Er hatte eine gute Portionsgröße und die Salatbeilage sah ebenfalls nett aus. Leider fehlte auch hier etwas Dressing, das hätte etwas mehr sein können (Geschmackssache). Der Zwiebelkuchen war lecker, hätte aber angeblich Speck enthalten sollen, was nicht der Fall war (trotzdem wurde mir der Preis mit Speck berechnet…). Laut dem Betreiber muss dies ein Versehen gewesen sein, so dass sich noch ein Stück Zwiebelkuchen ohne Speck unter die übrigen Stücke mit Speck geschlichen hat. Eigentlich sollte Bio Speck drin sein. Bei mir war auf jeden Fall keiner drin!

Der Zwiebelkuchen mit etwas viel Boden, aber leckerer Auflage

 

Der Boden war schmackhaft, die Auflage ebenfalls, allerdings hätte ich mir ein anderes Verhältnis von Auflage zu Boden gewünscht. Es war ungefähr eins zu eins. Ich fand, dass dadurch der Kuchen etwas trocken war. Schade, denn die Auflage war echt super. Zwiebeln, Eier und Sahne o.ä. waren drin. Gut und mild gewürzt. Der dazu gereichte Sauerrahm passte, hätte aber ruhig etwas mehr sein können (es waren ca. 2 EL). Natürlich wurde der Zwiebelkuchen auch selbst gemacht, und das schmeckte man. Die Größe war wie erwähnt angemessen und man kann sich anhand des Stückes schon fast satt essen, weil er auch sehr „dicht“ ist.

 

Fazit

In der Summe kann ich sagen, dass mir alles gut geschmeckt hat. Besonders herausragend waren allerdings die selbstgemachten Maultaschen. Unbedingt probieren! Unbedingt probieren! Unbedingt probieren! Ebenfalls sehr nett waren die Salate, zumindest was die Optik angeht und weil er mal etwas anders ist, als der typische Pommesbuden-Salat. Etwas mehr Dressing und vielleicht ein paar Blätter mehr und es wäre super. Was hingegen nicht so gut war, war für mich der etwas zu hohe Anteil des Bodens beim Zwiebelkuchen.

Das Ambiente im Labsal Dortmund gefällt mir, ist aber sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Die Mischung aus Cafe/Restaurant ist stimmig, aber einfach. In Anbetracht der Portionsgrößen sind die Preise etwas hoch gegriffen. Allerdings bekommt man dafür alles selbstgemacht, dies von zwei netten Besitzern in einer kleinen niedlichen Küche zubereitet. Ich denke bei Gelegenheit muss ich mir mal Abends einen ordentlichen Braten geben. Kann man hingehen.

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FoodLoaf

Biochemiker, examinierter Altenpfleger, Burger-Creator, Foodblogger, TPP Specialist
Wer was wissen will muss fragen!

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