„Edles Fleisch“ auf dem Dortmunder Wochenmarkt

Vorgeplänkel

Nennen wir es mehr eine „Erwähnung“, statt einen wirklichen Testbericht. Viele von euch kennen meine zahlreichen Restaurant-Test von Dortmunder Restaurants, Imbissbuden oder ähnlichem (siehe oben im Menü, aber das ist gerade etwas durcheinander). Neulich war ich auf dem Dortmunder Wochenmarkt und habe für mich mal wieder ein schönes Stück Steak kaufen wollen. Dies kann man besonders gut bei „Edles Fleisch“. Eine Woche zuvor war ich zum ersten mal dort, und weil das Steak so großartig war dachte ich mir, ich könne meiner Ma mal was Gutes tun und ihr auch so eines zubereiten. Also auf dahin! Hier nun ein paar Eindrücke und Gedanken zu edlem Fleisch, Gott und der Welt.

Edles Fleisch mit edlen Preisen 😀

 

Ich dachte mir also, „ok“, einfach mal „Edles Fleisch“ in deinem Blog  erwähnen und etwas darüber schreiben. Ich möchte weitestgehend wertungsfrei bleiben, denn ob man teils übertrieben hohe Preise für hochqualitatives Fleisch bezahlen möchte und sollte, und ob das Fleisch das Geld auch wirklich wert ist, muss jeder selbst wissen bzw. ausprobieren. Klar, es ist „besser“ Fleisch von Tieren aus freier Haltung usw. zu kaufen, allein der Tiere wegen. Aber ob jetzt ein Stück Steak für 200 € das Kilo vom mit-Händen-massierten japanischen Rind wirklich besser schmeckt als ein „normales“ Steak vom heimischen Rind aus artgerechter Haltung, das lasse ich mal mit einem großen Fragezeichen offen. Wobei, anders gesagt: Ob da das Preis-Leistungsverhätnis noch stimmt. Aber vermutlich ist es wie bei Rolex, iPhone, Trüffel & Co. Es ist auch „Status“ ein Stück vom Kobe-Rind zu essen, auch wenn es „nur“ doppelt so lecker ist (aber zehn mal so teuer ist). Ihr versteht sicher was ich damit sagen will.

Der Stand

Steht man auf der großen Treppe auf dem Hansaplatz Dortmund mit der Commerzbank im Rücken, befindet sich „Edles Fleisch“ ca. auf 3 Uhr auf dem Wochenmarkt. Nicht ganz außen, etwas weiter innen. Man kann einfach der Nase folgen, denn neben edlem Fleisch, wie der Name schon sagt, gibt es dort auch besondere Grillspezialitäten (sprich aus „edlem Fleisch“) wie Bratwürste oder auch Flanksteaks frisch vom Grill und „ready to eat“.
„Edles Fleisch“ grillt auch frisch vor Ort.

 

Es steht immer eine Schlange am kleinen Grillzelt, es scheint also wohl sehr gut zu sein. Ich habe selbst nie dort fertig Gegrilltes probiert, werde dies aber nachholen. Übrigens kann die Gulaschkanone oben an der Treppe auf dem Markt auch einiges, ebenso wie der Backfisch an den anderen Ständen. Aber das wissen die Dortmunder mit Sicherheit selber 😉
Was auf den Grill kommt wechselt

 

Die Auswahl an frischem Fleisch ist immens. Es gibt verschiedenes Fleisch unterschieldicher Rassen von Schweinen und Rindern zu kaufen, jeweils aus verschiedenen Schnitten („Cuts“). Es gibt „edles Fleisch“ auch vom Huhn oder auch Kalb. Selbst Brontosaurus-Steak oder Einhorn-Schnitzel – toll! Selbstredend kommt hier nur der Fleisch Enthusiast voll auf seine Kosten. Folgende Galerie zeigt euch eine kleine Auswahl der Arten Fleisch, die es am Samstag gab als ich da war. Ich kann übrigens jedem nur empfehlen mal spanischen Pata Negra der Qualität“ Bellota“ (Eichel) zu probieren. Das ist roher Schinken vom iberischen Schwein. Es ist zum Niederknien (keine Ahnung ob es das auch bei „Edles Fleisch“ gibt, müsste es aber ja rein theoretisch – „edler“ geht nicht).

Ein paar Gedanken

Sieht halt schon sehr imposant aus, wie die verschiedenen Stücke Fleisch präsentiert werden. Ganz klar nichts für Vegetarier geschweige denn Veganer. Gemüsestände gibt es für die mehr als genug. Es gilt zu bedenken: Es ist teils echt mega teuer das Fleisch. „Mega teuer“ soll jetzt nicht negativ behaftet sein, aber es soll wohl heißen, wer hier glaubt mit wenig Geld weg zu kommen oder ein „Schnäppchen“ zu machen, der liegt völlig daneben. Aber dafür ist der Stand ja auch nicht da. Die Preise sind jenseits von dem, was man aus dem Supermarkt kennt. Dafür bekommt man Fleisch, welches so kaum im Supermarkt zu bekommen ist. Vermutlich ist alles von hoher Qualität bei „Edles Fleisch“. Ob es alles wirklich so toll ist und von hoher Qualität vermag ich nicht zu beurteilen, denn ich habe nur zwei verschiedene Stücke Fleisch probiert, wovon eines grandios war und eines „so lala“.

370 g Roastbeef vom italienisches Wagyu – Kilopreis 80 €

Es gefällt, dass das Personal freundlich ist und einem auch beratend zur Seite steht. Was ich hingegen nicht gut fand und einen deutlichen Minuspunkt von mir bekommt war, dass man mir das erste Steak was ich mir da mal kaufte, Ribeye vom ital. Wagyu für 100 EUR pro Kilo (!!!), nicht frisch runterschneiden wollte. Vehement sollte ich das bereits abgeschnittene nehmen. Ist schon ziemlich dreist, wenn ich so einen hohen Preis bezahle. Wenn ich mir als viel Geld-bezahlender-Kunde wünsche, dass es frisch runtergeschnitten wird, dann sollte das auch gemacht werden. Klar, die haben Angst, dass sie was wegwerfen müssen, wenn es nicht zeitig gekauft wird. Das ist aber nicht mein Problem, dann sollen sie es eben nicht vorher abschneiden. Selbst schuld. Natürlich leidet nicht die Qualität und der Geschmack darunter, wenn das Fleisch durch die natürliche Oxidation dunkel wird, aber es sieht einfach nicht schön aus. Nein, man wollte es mir das „rumliegende“ geben. Ich habe es mir dann mit Zähneknirschen geben lassen und es schmeckte fantastisch. Aber das ist eben nicht das worum es mir hierbei geht. Ich bin der Kunde, und ich bin König. Fertig aus.

Das beste Stück Fleisch, dass ich jemals hatte (und mit weeeeitem Abstand das teuerste)

 

Von diesem Stück Steak war ich also wie erwähnt trotzdem sehr begeistert. Es war vielleicht das beste Steak, was ich in meinem ganzen Leben gegessen habe. Eine Woche später (also erwähnten vergangenen Samstag) wollte ich meiner Ma auch mal präsentieren, wie lecker das Fleisch sein kann. Leider gab es dieses Stück Fleisch nicht mehr, bzw. nur noch einen kümmerlichen Rest, bei dem 50 % Fett dran war (trotzdem für 100 € das Kilo), sodass wir uns ein großes Roastbeef Steak zu fast 400 g ebenfalls vom Wagyu geholt haben. Dieses mal wurde es mir auf Wunsch frisch runterschnitten.

Wie erwähnt, war das nicht so prall, nur „gut“, aber nicht ansatzweise 80 € / Kilo. Leider hat so ein Roastbeef eine „leckere Hälfte“ und eine weniger „leckere“. Meine Ma hat natürlich das bessere Stück bekommen und war begeistert. Ich hatte Fett und relativ zähes Fleisch, weil die Fasern im „oberen Roastbeef“ anders verlaufen“. Da hätte ich auch im Supermarkt 20 € das Kilo zahlen können. Und das ist eben das, was ich eingangs zu verstehen geben wollte.

Nichts desto trotz kann ich jedem Fleisch Fan empfehlen dort mal hinzugehen und sich mal was „exklusives“ zu gönnen. Besteht aber für euer Geld darauf, dass ihr das bekommt, was ihr wollt. Kostet genug Kohle.

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FoodLoaf

Biochemiker, examinierter Altenpfleger, Burger-Creator, Foodblogger, TPP Specialist Wer was wissen will muss fragen!

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