Kuriositäten-Ecke: „Räucherforelle vom Weihnachtsmarkt“

Vorgeplänkel

Was für den einen völlig normal ist, kann für den anderen ein Graus sein. Hätte man mir noch vor wenigen Jahren gesagt, dass ich mal eine Räucherforelle (MIT KOPF) kaufen würde, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. „Widerlich“, „pfui“ o.ä. hätte ich dann vermutlich auch gesagt.

Tatsächlich ekel ich mich nach wie vor vor Fischen. Ich würde nicht im Meer schwimmen gehen, wenn da Fischer größer als 1-3 cm wären. Fragt mich nicht warum, ist so. Da ich inzwischen aber immer mehr zum Fan von gutem Essen werde, habe ich irgendwann auch angefangen Fisch in Form von Lachs oder Räucherforelle aus dem Supermarkt zu kaufen, was ich auch vor einigen Jahren niemals getan hätte. Im Supermarkt bekommt man ja direkt alles schön „ansehnlich“ filetiert, ohne Schuppen, Kopf und Schwanz – dann geht das in Ordnung.

Für mich gehört seit längerem regelmäßig leckere Räucherforelle Morgens aufs Brötchen. Gesund, rauchig, würzig, erfreulicherweise kaum fischig, und sehr gesund ist es auch! Da ich schon öfter mal mit frisch-geräucherter Forelle sympathisiert habe, wurde es wohl so langsam mal Zeit. Vor allem jetzt, weil der Weihnachtsmarkt auf hat, und es einen ansehnlichen Hütten-Stand mit Massen an toten, aufgehängten Fischen gibt. Und es riecht sooooo gut!

Was ist denn so euer Lieblingsstand auf dem Weihnachtsmarkt? Bratwurst? Glühwein? Paradies-Apfel? Schreibt es mir in einem Kommentar, würde mich freuen! Noch mehr freuen würde ich mich allerdings, wenn ihr meinen Blog abonniert und/oder bei z.B: Facebook liked (siehe rechts)

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Die Räucherhütte auf dem Weihnachtsmarkt

Was haben wir denn?

Wie der Name wohl unschwer erahnen lässt, gibt es hier nen ganzen Fischen, ohne Innereien (und darüber bin ich seeehr froh), aber mit Kopf und Schwanz, sowie widerlichen Augen. Forelle, schuppig, geräuchert, direkt vom Stand. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass die Forelle vom Vorabend ist – was nicht heißt dass sie nicht frisch ist, denn sie müssen einige Stunden „ziehen“, da sie heiß aus dem Ofen zu weich wären, und zerfallen würden – wollen wa ja nicht. 100 g zu 1,99 € – nicht gerade billig, aber man kann es ja mal ausprobieren! Mein ganzer Fisch kostete 5,10 € und wog etwas über 250 g. Im Supermarkt bekommt man 125 g reines Filet für ca. 1,60 € (Discounter-Preis).

Zutaten/Nährwerte

Zutaten: Auf jeden Fall Forelle und Rauch 😀 Ich weiß nicht ob die noch was zum Räucherholz zugeben wird, Wacholder o.ä..

Zu den Nährwerten kann man nur grob welche aus dem Internet nehmen:

Energie: 120 kcal
502 kJ
Wasser: 73.35 g
Eiweiß: 21.76 g 70 g
Fett: 3.56 g max. 60 g
Kohlenhydrate: 0.00 g
Ballaststoffe: 0.00 g 30 g

(von http://www.naehrwertrechner.de/)

Vor allem Fett und Eiweiß tragen zu dem Nährwerten bei. Die Fette sind Fisch-typisch anteilig mehr ungesättigt – also gesund. So eine Forelle ist also ein richtiges „Super-Food“.

Geschmack/Test

Bevor es zum Genuss geht, musste leider noch der unangenehme Teil erledigt werden – Köpfen, Haut abziehen, Schwanz abschneiden. Was wie aus einem Horrorfilm klingt, oder nach den Taten einer verrückten und betrogenen Ehefrau, ist für mich genauso „gruselig“. Augen zu und durch! Für die Verarbeitung und die Verkostung ist es übrigens elementar wichtig, dass man zimmerwarme Forelle nicht. Nicht Kühlschrank-kalt! gerade Fisch, sowie z.B. auch Käse sollte man für den vollen Genuss Zimmertemperatur annehmen lassen.

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Guckt man sich den Kopf nicht an, sieht es gar nicht mal so schlimm aus…

Als erstes musste der Kopf dran glauben…. mir wird gerade schlecht…

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Einfach nur ekelhaft…

Wenn man dann Schwanzflosse und Haut abgemahct hat, sieht es ja schon eigentlich ganz gut aus. Jetzt kommt aber der wichtigste Teil: Das Abtrennen der Filets, möglichts ohne Gräten mitzunehme. Wie gut, dass ich ein absluter Laie bin – kann also nur schief gehen

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Die Filets mit noch den Gräten und der Wirbelsäule innen drin – sieht so schon gut aus!

Wie ich im Netz gelesen habe, konnte man die Filets tatsächlich einfach von den Gräten „runterschieben“, also zum Bauch hin. So gut wie nichts blieb an den Filets hängen – sehr komfortabel!

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Die Filets lassen sich leicht unterschieben von den Gräten

Von knapp 255 g blieben ca. 180 g Filet übrig, der Rest ist für die Tonne…

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Na lecker…

JA! SO gefällt mir das schon eher. Ein leckeres, wunderbar weißes, festes und toll rauchig-würzig riechendes Forellenfilets. Dazu gab es einfach Brötchen mit Butter, sowie etwas Salz.

Das Fleisch war deutlich fester als das Supermarkt-Pendant. Das gefiel mir sehr gut. Das Raucharoma war ähnlich, kam mir aber noch etwas „schwarzwaldiger“ vor. Irgendiwe war ein „harzigerer/baumigerer“-Geruch bei der „frischen“ Forelle vorhanden.

Das Fleisch war recht fettig, aber es triefte nicht. Es war aromatisch und lecker, wobei ich jetzt nicht fand, dass es besser schmeckte als das aus dem Supermarkt. Der Geruch war besser, sowie die Konsistenz, geschmacklich vergleichbar.

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Fazit

Definitiv mal was anderes, und eine Investition wert. Es „hat einfach was“ eine ganze Forelle vom Stand zu kaufen und selbst auseinander zu nehmen. Die Konsistenz sowie das Raucharoma waren etwas besser für meine Sinne, der Geschmack vergleichbar mit dem des Supermarkt-Fisches. Mit dem deutlichen höheren Preis von ca. 2,80 € / 100 g (das reine Filet) im Vergleich zu 1,33 € (Discounter) bezahlt man also eher das Erlebnis und die Frische, als deutlich besseren Geschmack. So jedenfalls mein Empfinden. Kann ich aber trotzdem mal jedem empfehlen!

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FoodLoaf

Biochemiker, examinierter Altenpfleger, Burger-Creator, Foodblogger, TPP Specialist
Wer was wissen will muss fragen!

3 Gedanken zu „Kuriositäten-Ecke: „Räucherforelle vom Weihnachtsmarkt“

  • Pingback:Food-Testing: “Frischer Bückling” | FoodLoaf

  • 27. November 2015 um 14:33
    Permalink

    Hallo, ich kaufe, wenn es irgendwie möglich ist, immer ganze Fische. Mit „Haut & Haar“ sprich Schwanz und Kopf. Man erkennt an den Augen auch die Frische. Und, ja, Tiere bestehen nun mal aus mehr als das was wir essen wollen. Wer sich nicht „ekeln“ möcht kauft dann Fischstäbchen. LG

    Antwort
    • 27. November 2015 um 15:08
      Permalink

      Es war auf jeden Fall ein Ergebnis, und auch irgendwie schöner als angepackt aus dem Supermarkt.

      Antwort

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